Erfahrungsbericht von Elif

Erfahrungsbericht von Elif

Mein Weg zur Stelle

Ich bin 19 Jahre alt und mache derzeit einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung.

Vor meinem BFD habe ich den schulischen Teil meines Fachabiturs abgeschlossen und nutze dieses Jahr, um durch das Praktikum mein Fachabitur zu vervollständigen. Die Idee, einen Freiwilligendienst zu machen, kam mir, als eine Gruppe an meine Schule kam, um das Konzept vorzustellen. Ihr Vortrag hat mein Interesse sofort geweckt, und ich wusste, dass ich mich auf diese Herausforderung einlassen möchte.

Ich bin ein komplettes Jahr an der Förderschule tätig. Besonders motiviert hat mich meine vorherige Erfahrung: Seit über einem Jahr arbeite ich nebenbei in der Behindertenhilfe als Hauswirtschaftskraft. Dort habe ich erste Einblicke in die Arbeit mit eingeschränkten Menschen erhalten, was mir unglaublich viel Freude bereitet und mich emotional sehr bereichert hat. Diese Erfahrungen haben in mir den Wunsch geweckt, noch tiefer in dieses Arbeitsfeld einzutauchen und mehr über den Umgang mit Menschen mit Behinderungen zu lernen.

Der Bewerbungsprozess für das BFD war unkompliziert. Ich habe eine E-Mail an die Förderschule geschickt und wurde daraufhin zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Kurz darauf erhielt ich die Zusage, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Meine Arbeit mit den Kindern

Mein Einsatzbereich ist die Unterstufe, wo ich die Kinder in ihrem Alltag unterstütze. Meine Aufgaben sind vielfältig: Ich helfe bei schulischen Tätigkeiten wie dem Arbeiten am Platz, begleite die Kinder während des Unterrichts oder beim Spielen und stehe ihnen als Unterstützung zur Seite. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit besteht auch darin, den Kindern in stressigen Momenten Auszeiten zu ermöglichen – sei es im Bällebad oder im Entspannungsraum. Diese Momente helfen den Kindern, sich zu beruhigen und neue Kraft zu tanken.

Besonders spannend finde ich den Umgang mit den verschiedensten Behinderungen und die täglichen Herausforderungen, die damit einhergehen. Ich lerne ständig dazu, wie ich in bestimmten Situationen besser reagieren und mit schwierigen Verhaltensweisen umgehen kann. Es ist beeindruckend, wie viel Geduld und Einfühlungsvermögen man entwickelt, wenn man mit so besonderen Kindern arbeitet. Ein Highlight meines Jahres war die Einschulungsfeier, bei der die Oberstufe für die Unterstufe einen Tanz vorbereitet hat – das war nicht nur schön, sondern auch unglaublich lustig.

Meine Entwicklung

Aber eigentlich hat jeder Tag seine ganz eigenen, besonderen Momente. Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Besonders knifflig ist es, wenn ein Kind ausrastet und ich herausfinden muss, wie ich in solchen Situationen am besten handle. Aber gerade diese Situationen lassen mich wachsen und meine Fähigkeiten erweitern. Rückblickend hätte ich es hilfreich gefunden, vor meinem FSJ mehr über die Pflege sowie über bestimmte Krankheitsbilder zu erfahren. Dieses Wissen hätte mir den Einstieg erleichtert und mich besser auf die Herausforderungen im Umgang mit den Kindern vorbereitet.

Ein grundlegendes Verständnis für diese Themen hätte dazu beigetragen, sicherer und gezielter auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzugehen. In diesem Jahr habe ich mich persönlich stark weiterentwickelt. Ich habe gelernt, geduldiger zu sein, und bin viel offener im Umgang mit anderen Menschen geworden. Positivität und Kompromissbereitschaft gehören mittlerweile zu meinen größten Stärken. Der Freiwilligendienst hat mir nicht nur gezeigt, wie erfüllend die Arbeit mit eingeschränkten Menschen sein kann, sondern auch, wie viel ich selbst daraus mitnehme – für meinen Berufswunsch, aber vor allem für mein Leben.

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